Hallo, fast 1 Jahr nach meinem letzten Posting muss ich heute nochmal erneut nachfragen, da das Thema wieder aktuell geworden ist: wie an anderer Stelle erwähnt haben wir einen pigmentierten Anhydrit-Estrich (CAF-C25-F4) der seinerzeit mit 2K Epoxyharz (klar) versiegelt wurde. Die VErsiegelung hatte sich immer weiter gelb-grünlich verfarbt und teilweise abgelöst. Da wir eigentlich keinen "klasschen" Bodenbelag (Fliesen, Parkett....) haben wollen, haben wir testhalber im Elternbad einmal eine weiße(!) PU-Beschichtung aufbringen lassen, sind nun aber wieder verunsichert worden, weil ein Vertreter der Fa. Remmers meinte, dass PU auf Anhydrit keine so tolle Idee sei, da nicht dampfdiffusionsoffen. Was ist davon zu halten? Bisher haben wir im Bad keine Probleme. Muss ich bei einem weißen PU-Boden ein Vergilben befürchten(große Süd-Fensterflächen)? Vom Abschleifen und versiegeln sind wir eigentlich wieder abgekommen, da die Sauerei (das Haus ist bereits im Gebrauch!) zu groß ist und wir aufgrund des Materialabtrags Probleme mit der Höhendifferenz zu den anderen Boden (Parkett in den Kinderzimmern) bzw. Treppen, etc. bekommen. Stimmt es, dass Böden wie Ardex, Azzurit etc. sehr weich sind? Wir haben 3 Kinder, der Boden sollte also was aushalten.... Der Estrich selbst (trotz der mangelhaften derzeitigen Beschichtung) hat sich als sehr wiederstandsfähig erwiesen. Das Problem scheint sich also auf die mangelhafte Beschichtung zu beschränken. Danke, Marcus
AW: Beschichtungsmöglichkeiten Anhydrit-Estrich Hallo Markus, die meisten Epoxydharze neigen mehr zur Vergilbung als PUR-Harze. Die Ursache der Ablösungen der Versiegelung wird dagegen eher vom Estrich ausgehen. Ein CAF-C25-F4 hat als Sichtboden eine unzureichende Festigkeit. Die Haftzugwerte liegen oft unter 1 N/mm². Fast alle CAF-Estriche müssen angeschliffen werden, um ausreichende Haftzugwerte zu erhalten. Ein CAF-C25-F4 ist für einen Sichtboden von der Oberflächenhärte her zu weich. Es gibt durchaus diffusionsoffene PUR-Systeme. Zum anderen entscheidet die Restfeuchte im Estrich, ob ein geschlossenes System aufgebracht werden kann oder nicht. Wenn der Estrich also beim Autrag der Versiegelung/Beschichtung eine Restfeuchte von 0,3 Masse-% hatte, und keine Feuchte aus dem Untergrund nachstoßen kann, so kann auch mit geschlossenen Systemen gearbeitet werden. Wobei wir allerdings auch immer offene Systeme verwenden. Pandomo hat immerhin noch eine Druckfestigkeit von 30,00N/mm2, ist also fester als Dein Estrich. Azzurit liegt nochmals um einiges höher, ist meines Wissens nach aber auch steuerbar. Diese Meinung kann ich bei Deinem vorhandenen Estrich so nicht teilen. Was aber nicht heißen muss, dass nicht doch bei der Versiegelung auch Fehler gemacht wurden. Das lässt sich aber von hier aus nicht beurteilen.
AW: Beschichtungsmöglichkeiten Anhydrit-Estrich Hallo Bernhard, danke für Deine Einschätzungen. Was wäre demnach also Deiner Meinung nach die sinnvollste Lösung? Wie gesagt: Ein "Standardbodenbelag" kommt für uns eigentlich nicht in Frage. Wir hätten gerne einen betongrauen bis weißen, fugenlosen Boden mit hoher Beanspruchbarkeit (3 Kinder) der viel Sonnenlicht verträgt, ohne zu vergilben (das hatten wir schon. Danke und Gruß, Marcus
AW: Beschichtungsmöglichkeiten Anhydrit-Estrich Ich will jetzt nicht nachfragen, wer den Boden geplant hat. Da hast Du Dir ganz einfach den verkehrten Estrich einbauen lassen.:stirnrunzeln: Alle mit transparentem Kunstharz versiegelten Böden sind anfällig. Ist wie mit versiegeltem Parkett. Der Spachtelboden von Azzurit könnte eventuell noch gehen, wenn besondere Maßnahmen zwecks Haftung Spachtelmasse zum Estrich ergriffen werden können, aber da müsstest Du dort einmal nachfragen.