Hallo Fachleute! Mein Nachbar (Maurermeister) hat auf meiner 45m² Dachterasse (nicht überdacht bisher) einen 3,5cm flachen Estrich verlegt. Es wurde als Körnung eine 4mm Größtkorn (bunt) Sand-Kiesmischung mit Holcim CEM II /B-M (V-L) 32,5N EN197-1 verwendet. Der Estrich wurde mittels Haftgrund (Betonbrücke) im Verbund auf eine alte verwitterte etwa 7cm starke Betonschicht aufgetragen. Der Estrich ist nun nach 3 Wochen gut angetrocknet und ein Steinmetz hat ihn probeweise mit einer Maschine 1600rpm und 16er Körnung angeschliffen. Bereits nach 2mm kommt nun eine für mich akzeptabel schöne bunte Körnung hervor und der Probeschliff wirkt sauber. Klar sind Poren zu sehen. Ich möchte nun den Estrich vollkommen anschleifen lassen. Es soll in 3 Schritten erfolgen bis zum Feinschliff, alles trocken ausgeführt. Es sind einige Haarrisse entstanden während der Trocknung. Der Estrichverleger sagt, dies sei nie zu vermeiden und der Steinmetz, welcher nun schleifen will meint, es sein kein Thema, diese Poren zum Teil auch leichte Ausblühungen sowie die Krakelrisse auszugleichen mit einem Mix aus Weiß- und Grauzement, Steinmehl und dem estricheigenen Schleifabfall. Klingt komisch, aber er scheint sein Handwerk zu verstehen. Sofern nun der gewünschte Terazzo-Effekt (mit logisch Abstrichen, aber kein Problem) eintritt, möchte ich den jungen geschliffenen Estrich sofort "vertärken" und zusätzlich versiegeln, falls dies möglich sein sollte. Die Dachterasse ist der Witterung (noch) voll ausgesetzt (es ist eine Überdachung geplant mit Polycarbonat), daher wäre eine ausgezeichnete Wasserabweisung und Frostsicherheit (Schnee und Eis) mir wichtig. Ansonsten wird er lediglich von Frau, Hund und mir betreten ohne besondere Ansprüche auf Indutriehärte. Dennoch habe ich von Wasserglaslösungen gelesen, welche den Boden härten, doch wenden diese auch Regen und Schnee dauerhaft ab? Könnte man zusätzlich nach der Verkieselung eine farblose Acrylschicht aufbringen? Der Estrich soll seidenmatt bis glänzend werden und die Farbviefalt der verwendeten geschliffenen Kieseln deutlich hervorheben. Was wäre hier eine nicht zu teuere Möglichkeit, ich weiss, viele Fragen, aber ihr seit Profis! Ich finde dieses Forum sehr professionell und Danke Euch für alle biserigen sehr brauchbaren Beiträge. Viele Grüße aus Ungarn Gerhard
hier noch nix geschliffen und die Risse zu sehen, ach ja darunter befindet sich eine große Garage 8,5 x 5m, welche aber dicht ist und außer Luftfeuchtigkeit keine besondere Nässe nach oben zum Estrich entsteht. auf dem letzten Bild sieht man die Krakelrisse, welche nach der Abbindung bisher (3Wochen) enstanden, ich hoffe mal, es kommen keine mehr dazu.... .....falls noch andere Infos gebraucht werden, ich würde mich sehr freuen, informatieve Antworten zu bekommen.
Hallo Gerhard, zunächst zu Deinen Haar- oderKrakeleerisse . Krakelrisse sind das nicht mehr. Klopf den Estrich einmal mit einem Hammerstiel entlang der Risse ab. Wenn er nicht hohl klingt, kann der Steinmetz sie wie vorgesehen spachteln. Allerdings würde ich keinen Weisszement dafür verwenden. Wassergläser verfestigen zumindest die obere Zone eines Estrichs, und erschweren zumindest Wassereintritt. Wir haben auch schon öfter mit Evercrete gearbeitet und sind damit gut zufrieden. Wenn die Oberflächenfestigkeit ausreichend ist, würde ich nicht verkieseln, sondern eine gute Imprägnierung nehmen. Dein Steinmetz kennt da sicherlich auch ein gutes Produkt. Mit einer diffusionsoffenen PUR-Versiegelung bekommst Du den Boden zwar dauerhaft dicht von oben, aber nur solange, wie da keine Beschädigungen (z.B. Kratzer) sind. Dann kann es durchaus sein, dass Dir die Feuchtigkeit die Versiegelung an den Beschädigungen unterwandert. Gutes Gelingen.
Hallo Bernhard! Danke für die schnelle Info! Du hast es natürlich gleich erkannt. Wie befürchtet habe ich alle Risstellen abgeklopft und zumindest an 3 Stellen klingt es hohl, als wenn der junge Estrich nicht an den alten Beton gebunden wäre oder der Untergrund selber dort hohl ist, obwohl ich sorgfältig die verrotteten Zonen des Altbetons entfernt hatte und auch den Untergrund sauber hatte bei der Neuverlegung incl. teurer Haftbrücke. Es sind jeweils ca. 30-40cm Quadrate wo die Umgebung dieser Risse hohl klingt. Die Festigkeit hingegen würde ich mal überall als mindestens zufriedenstellend bezeichnen. Der estrichverlegende Nachbar war auch da und meinte, es stelle kein Festigkeitsproblem dar, obwohl es ihm irgendwie peinlich war. Dennoch sagt er, eine 1:3 Zement-/Kies-Sandmischung ist für sämtliche Außenbereiche ok. Eine Erhöhung des Zementgehaltes würde eine Verschlechterung bedeuten, ich bin mit ihm ansonsten bisher gut gefahren, er hat Einiges an meinem Haus gemacht was immer noch gut aussieht. Das erste Bild ist die schlimmste Rissbildung mit ca. 45cm überall angrenzender Hohlschicht, das 2. ist der grobe 16er Probeschliff , das 3. sieht grauenhaft aus, dort wurde blos bischen angeschliffen, um zu sehen, ob es nach meinen Wasserglasbehandlungen dort noch schleifbar ist, dort ist aber Alles knochenhart und voll fest, also nix hohl, obwohl es schlimm ausschaut...... Gut, man muss dazusagen, es war eine Verfließung geplant, doch ich bin auf den geschliffenen Estrich gekommen... Ich muss wohl mit diesen Fehlern leben und auf den Steinmetz hoffen, damit er diese Risse kaschiert, hohl bleibt es dort aber. Ausser ich würde Injektionen dort ausführen, aber womit genau? Wegen dem Verkieseln. Ich hatte vorher schon an paar Stellen Natriumsilikat 42-47 mit destilliertem Wasser 1:3 aufebürstet zum Teil auch 3 mal. Es wirkt härter dort, jedoch hat der Regen irgendwie alles weggewaschen. Kaliumsilikat bekomme ich in HU leider keins. Von Evercrete habe ich schon gelesen, wo bekomme ich dies und wieviel Liter brauch ich für 45m²? Obwohl du ja sagst, in meinem Fall von einer Verkieselung abzusehen. Der Steinmetz meint auf Frage der Versiegelung Steinöl ich denke aber auch, es muss eine solide aushärtende Siegelschicht direkt sofort nach dem letzten Schleifgang her und dann könnte man mit Wachsen und Ölen weiter einpflegen. Ich habe mal dieses Produkt gefunden, welches ich auch hierher nach HU geschickt bekäme und der Preis voll i.O. ginge, möchte aber gerne deine Zustimmung bzw. Meinung hören. Typ: WOLFGRUBEN WERKE W 701 Produktdetails MADE IN GERMANY - bei namenhaften Farbhersteller mit über 100-Jahren Tradition Metallverstärkte Dispersion auf Acryl-Basis Extrem belastbare Oberflächenversiegelung Farbe: Klar für glänzende Optik sehr ergiebig - 1 Liter = ca. 5 qm Innen- und Aussenbereich auftragbar mit Rolle, Pinsel oder Sprühgerät (Luftlos) leicht wiederverschliessbar da Profi-Gebinde mit Spannring - EN-ZERTIFIZIERT Ein Schönes Wochenende und vorab schon Großes Danke an Dich! Gruß Gerhard
Hallo Walter, es ist nun müßig darüber zu diskutieren, was hätte anders gemacht werden können. Wichtig ist nun, was jetzt gemacht werden kann. Gerade im Außenbereich sind Hohlstellen sehr gefährlich. Durch hohe Temperaturunterschiede und ständig andere Luftfeuchtegehalte kommt so ein Estrich nie zur Ruhe, so das Risse und Hohlstellen zunehmen. Der Estrich kann sich nicht aklimatisieren, bzw. einen konstanten Feuchtegehalt annehmen, so wie das im Innenbereich der Fall ist. Ich würde die Hohlstellen mit Epoxydharz festlegen. Dabei allerdings vorsichtig zu Werke gehen, damit das Harz nicht durch die Risse rausquillt. Dann ist mit zuspachteln nichts mehr. Wir verwenden keine Acrylversiegelung, deswegen kann ich mich dazu auch wenig auslassen. Aber erstens bin ich bei dem Preis sehr skeptisch, und zweitens vermisse ich bei dem Hersteller die technischen Merkblätter über seine Produkte. Eine Versiegelung mit Öl weiter einpflegen bringt meiner Meinung nach auch nichts, da das Öl nicht durch die Versiegelung einziehen kann. Um die Versiegelung vor mechanischer Belastung zu schützen, haben wir diese auch schon mit Polymerwachs geschützt. Der Vorteil ist, dieses Wachs kann bei Bedarf über das Wischwasser nachgepflegt werden. Ob das aber bei allen Versiegelungen möglich ist, sollte stets ausprobiert werden. Dir ebenfalls ein schönes Wochenende.